Förderverein des Partnerschaftskomitees der Stadt Langenfeld e. V.
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Begegnungen mit Ennis

Zum Auslandspraktikum nach Ennis

Schon etliche Langenfelder Jugendliche haben in der irischen Partnerstadt Ennis die Schulbank gedrückt. Mit der 18-jährigen Christin Manderla hat eine Schülerin nun erstmals ein Auslandspraktikum auf der grünen Insel absolviert, vermittelt durch das Partnerschaftskomitee der Stadt Langenfeld. Die Langenfelderin besucht am Wirtschaftsgymnasium des Erzbischöflichen Berufskolleg Marienberg Neuss die 12. Klasse und macht parallel dazu eine Ausbildung zur kaufmännischen Assistentin und Fremdsprachenkorrespondentin. „Das vierwöchige Praktikum war Bestandteil meiner Ausbildung“, erklärt Christin. „Als Europaschule bietet meine Schule ausgewählten Schülern die Möglichkeit, mit einem Stipendium von Erasmus+ ihr Praktikum im europäischen Ausland zu absolvieren.“

Christins Vater kam auf die Idee, sich beim Langenfelder Partnerschaftskomitee nach einem Praktikumsplatz in einer der Partnerstädte Langenfelds zu erkundigen – vorzugsweise in Ennis wegen der englischen Sprache. „Ich habe Michaela Detlefs-Doege meine Bewerbungsunterlagen zugeschickt und schon nach ein paar Wochen erhielt ich die Rückmeldung, dass ich mein Praktikum tatsächlich in Ennis machen könne“, berichtet die Schülerin, die in ihrer Freizeit gerne liest, Geige spielt und sich als Rettungsschwimmerin bei der DLRG engagiert. Zudem wurde ihr ein Kontakt zu Mary Morgan vermittelt. Deren Organisation Tara Placements ist dafür verantwortlich, Langenfelder Schülerinnen und Schüler in Gastfamilien aus Ennis oder den umliegenden Ortschaften des County Clare unterzubringen.

Ihr Praktikum absolvierte Christin in der Bezirksverwaltung des County Clare, genauer gesagt in der Tourismusabteilung. „Mir wurden wichtige Aufgaben anvertraut und ich habe einen fundierten Einblick in die Arbeitsweise und die Organisation meines Praktikumsbetriebs bekommen“, freut sich die Schülerin. „Ich habe sehr viel gelernt und konnte auch das, was ich in meiner Schule gelernt hatte, etwa das Schreiben von Geschäftskorrespondenz oder das Telefonieren, dort anwenden und deutlich verbessern.“

Ihre Erwartungen an eine spannende und aufregende Zeit, in der sie viele neue Erfahrungen sammeln und in die Arbeitswelt in Irland eintauchen würde, haben sich laut Christin in höchstem Maße erfüllt: „Ich habe noch nie so viel Herzlichkeit und Offenheit wie in Irland erlebt“, sagt sie begeistert. „Die Hilfsbereitschaft meiner Kollegen und das Interesse, das mir entgegengebracht wurde, waren einfach riesig.“ Schon nach ein paar Tagen sei sie ein fester Bestandteil ihres Teams gewesen.

Auch Wochen nach ihrer Rückkehr erinnert sich Christin noch gern an das angenehme Arbeitsklima, die netten Kollegen und ihre Gastfamilie zurück, bei der sie während ihres vierwöchigen Aufenthalts in Ennis untergebracht war. „Ich bin unendlich dankbar für jede Erfahrung und jede Begegnung, die ich in Irland gemacht habe“, resümiert Christin. „Sei es bei der Sankt Patrick’s Day Parade mitzulaufen oder bei strahlendem Sonnenschein an den Cliffs of Moher zu stehen, mit meiner Gastfamilie am Strand von Lahinch und Doolin bei bestem irischen Nieselwetter herumzulaufen oder die Mannschaft von Clare beim Hurling anzufeuern.“

Aus ihrer Zeit in Irland nimmt sie mit, alles etwas entspannter und gelassener zu nehmen und offen und herzlich auf jeden zuzugehen, „because a stranger is just a friend you don’t know yetʺ. Nach ihrem Irland-Aufenthalt kann sie sich gut vorstellen, noch einmal für längere Zeit ins Ausland zu gehen, vielleicht nach dem Abitur für ein Jahr als Aupair nach Neuseeland.

Bericht/Rückblick

 

Hingerissen von der grünen Insel

„Meine Zeit in Irland war einfach super“, berichtet der 15-jährige Timo Aust begeistert. „In meiner Gastfamilie habe ich mich richtig wohl gefühlt, und die Iren sind generell ein total nettes, entspanntes und gastfreundliches Volk.“ Timos Augen leuchten, wenn er von den knapp fünf Monaten erzählt, die er im vergangenen Jahr auf der grünen Insel verbrachte. Untergebracht war der Schüler im kleinen Städtchen Gort, das etwa 25 Minuten von Langenfelds Partnerstadt Ennis entfernt liegt. Dort ging Timo auch zur Schule, besuchte die 11. Klasse der Gort Community School.

Zu Hause drückt der Langenfelder auf dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Hilden die Schulbank. Die 10. Klasse, hierzulande mittlerweile „Einführungsphase in die gymnasiale Oberstufe“ (EF) genannt, wollte Timo für einen Auslandsaufenthalt nutzen. Auf der Jugendbildungsmesse hatte sich die Familie zunächst über einen einjährigen USA-Aufenthalt informiert. „Wegen des anstehenden Latinums war mir ein ganzes Jahr dann aber doch zu lang“, erklärt Timo. Seiner Mutter Manuela waren die USA hingegen zu weit entfernt: „Wenn mein Sohn schon eine so lange Zeit fortgeht, sollte das Ziel zumindest leicht erreichbar sein.“ Und so fiel die Wahl auf Irland.

Vom Austauschprogramm des Konrad-Adenauer-Gymnasiums mit Ennis hatte die Familie von Nachbarn und Freunden bereits gehört, doch Timo besuchte ja eine andere Schule und wollte länger als die üblichen sechs bis acht Wochen bleiben. „Ich habe Kontakt zu Michaela Detlefs-Doege vom Langenfelder Partnerschaftskomitee aufgenommen und gefragt, ob es nicht auch für Timo möglich wäre, nach Ennis zu gehen“, berichtet seine Mutter. Sofort wurde ihr ein Kontakt zu Mary Morgan vermittelt. Deren Organisation Tara Placements ist dafür verantwortlich, die KAG-Schülerinnen und Schüler in Gastfamilien aus Ennis oder den umliegenden Ortschaften des County Clare unterzubringen, bietet aber auch darüber hinaus Austauschprogramme an.

„Mit Tara Placements war Timos Auslandsaufenthalt schnell und unkompliziert geplant“, lobt Manuela Aust. „Zugleich fiel er wesentlich kostengünstiger aus als bei einer der bekannten Austauschorganisationen.“ Ein glückliches Händchen bewies Mary Morgan bei der Auswahl der Gastfamilie. „Erst waren wir erstaunt, dass Timo nicht nach Ennis kam, sondern nach Gort, was schon zum County Galway zählt“, so die Mutter weiter. „Doch Mary meinte, sowohl die Schule dort als auch die Familie würden prima zu Timo passen.“ Und damit sollte sie Recht behalten: Die Gasteltern, deren 16-jährige Tochter und der 13-jährige Sohn hießen den deutschen Austauschschüler herzlich willkommen und integrierten ihn sogleich ins Familienleben, zu dem auch drei Pferde und zwei Hunde zählen.

Von Mitte August des vergangenen Jahres bis zu den Weihnachtsferien ging Timo werktags von 9 bis 16 Uhr zum Unterricht und beeindruckte die Lehrer mit seinen guten Englischkenntnissen. „Mir wurde am Ende gesagt, dass mein deutscher Akzent kaum noch hörbar ist“, freut sich Timo. Das Zeugnis, das kürzlich per Post eintraf, zeigt durchweg prima Noten.

Seine Freizeit nutzte der Schüler, um das Land und seine Kultur besser kennenzulernen. So brachte er sich bei, die Bodhrán, eine irische Rahmentrommel, zu spielen und trat mit einer kleinen traditionellen Musikgruppe in Kirchen und Pubs auf. „Bei einem Musikfestival nahmen wir sogar an einem Weltrekordversuch teil“, erzählt Timo. „Mit 423 Musikern haben wir gleichzeitig ein irisches Volkslied gespielt – und hoffen nun, dass dies ins Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen wird.“

Angesichts der schlechten Internetverbindung auf dem Land entdeckte Timo zudem seine Liebe für das Porträtzeichnen: „Meine Gastmutter ist Kunstlehrerin und ich durfte an einem ihrer Kurse teilnehmen.“ Im Gegenzug verwöhnte er seine Gastfamilie mit deutschen Leckereien. „Meine Mutter hat mir Rezepte geschickt, und wir haben dann zusammen Rinderrouladen, Schnitzel und Pudding zubereitet.“

Auch heute, gut sechs Wochen nach seiner Heimkehr, steht Timo mit seiner Gastfamilie in regem Kontakt. „Sie wollen uns im Mai oder Juni besuchen kommen“, freut sich auch seine Mutter. Im vergangenen Jahr, unmittelbar vor Timos Aufenthalt in Gort, hatte Familie Aust den Sommerurlaub in Irland verbracht und dabei die Gastfamilie schon einmal kennengelernt. „Wir haben uns auf Anhieb prima verstanden.“ Auch in den kommenden Sommerferien geht es wieder auf die grüne Insel. „Wir haben uns alle sofort in das Land und die Leute verliebt“, schwärmt Manuela Aust. „Mein älterer Sohn überlegt sogar, eine Ausbildung in Irland zu machen. Ich kann nur jedem Schüler und auch den Eltern raten, sich auf ein solches Abenteuer einzulassen, denn es ist für alle Seiten sehr förderlich und es entstehen Freundschaften, die hoffentlich ganz lange halten.“

Katja Chalupka

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