Förderverein des Partnerschaftskomitees der Stadt Langenfeld e. V.
Förderverein des Partnerschaftskomitees der Stadt Langenfeld e. V.

Begegnungen mit Ennis

Eine gelungene Reise nach Ennis und durch das County Clare

Glenomra B&B

Eine gelungene Reise nach Ennis und durch das County Clare.

Vom 18.09. bis 23.09. reisten 15 Langenfelder nach Irland, um unsere Partnerstadt Ennis, Hauptstadt des County Clare, und Sehenswertes in Clare kennenzulernen.

Der Flug ging von Düsseldorf nach Dublin. Von dort ging es per Bus in den Westen Irlands nach Ennis. Der Empfang im Glenmora Bed and Breakfast war sehr herzlich, die Gruppe wohnte hier 5 Tage und wurde jeden Morgen mit einem phantastischen Frühstück verwöhnt.

                                      Altersmäßig war die Gruppe quasi homogen, fast alle Reiseteilnehmer waren zwischen 60 und 70, die meisten waren bereits Rentner. Eine 20jährige Studentin, die sich in Ennis um ein Praktikum bewerben wollte und auch einen entsprechenden Platz im Bereich Soziales bekam, sprengte allerdings die Altersskala.

Diese Reise war eine rein touristische und war hervorragend von zwei Angehörigen des Partnerschaftskomitees (Schwerpunkt Reisen und Schüleraustausch) hervorragend geplant und durchgeführt. 

Abbey Street

 

 

 

 

Nach der Ankunft in Ennis und nachdem sich alle im Glenomra House eingerichtet hatten, ging es erst einmal zu Fuß in die Stadt. Wunderschön die vielen kleinen Geschäfte und die bunt angestrichenen Häuser. Auffällig auch die vielen Restaurants und Pubs.

St. Peter and Paul
Loophead

Am zweiten Tag gab es eine sehr informative Stadtführung, hin zu der alten Abbey, zu wichtigen Gebäuden und Kirchen, vor allem aber auch über die traurige Geschichte Irlands.

 

Der 3.Tag führte uns über das Städtchen Kilrush mit dem Vandeleur Garden zum Loop Head mit seinem Leuchtturm. Keiner von der Gruppe wusste bis dahin, dass eine lange Zeit nur Frauen den Beruf des Leuchtturmwärters ausüben durften. Eine wunderbare Wanderung entlang der Cliffs beendete den Tag, abends ging es selbstverständlich in ein Pub mit irischer Musik.

Cliffs of Moher

Der nächste Tag führte uns zu den berühmten Cliffs of Moher. Zunächst wanderten wir an den Cliffs entlang bei schönstem Sonnenschein, was in Irland nicht selbstverständlich ist. Regensachen sollte man immer dabei haben, Schauer können einen jederzeit überraschen. An den Cliffs war das Wetter gorgeous (herrlich), bei Regen ist es soft, bei stärkerem Regen damp (feucht).

 

Auf keinen Fall wollten wir auf die Bootsfahrt zu den Cliffs versäumen. So fuhren wir von dem Städtchen Doolin zur Bootsanlegestelle und fuhren trotz sehr bewegten Meeres an die Cliffs heran. Gut, dass der heftige Wellengang den meisten nichts ausmachte.

Friary

Der letzte Tag unseres Aufenthalts in Ennis stand zur freien Verfügung. Der größte Teil der Gruppe entschloss sich zum Besuch von Bunratty Castle mit seinem Folk Park, einem Freilichtmuseum, das über das Leben und Wohnen in früheren Zeiten sehr gut informierte.  

Ein Besuch einer oder mehrerer Veranstaltung im Rahmen der Culture Night in Ennis war ein krönender Abschluss dieses Tages.

Neben allen Sehenswürdigkeiten in und um Ennis darf aber auch unser Besuch im Rathaus von Ennis nicht unerwähnt bleiben. Die Gruppe wurde vom Bürgermeister von Ennis und dem Bürgermeister des County Clare empfangen. Der Empfang war sehr informell und z. Teil sogar lustig, denn ein Herr aus der Gruppe durfte die Amtskette überziehen, sich auf den Platz des Bürgermeisters setzen und mit Klingelzeichen fiktiv die Versammlung eröffnen.

 

Nur ungern verließ die Gruppe am nächsten Morgen Ennis. Per Bus ging es zurück zum Flughafen Dublin. Bis zum Abflug hatten wir noch genügend Zeit, uns die Stadt anzusehen, u.a. das berühmte Trinity College.

Abschließend bleibt nur zu sagen: es war eine wunderschöne, interessante Reise, die auf jeden Fall wiederholt werden sollte.

 

 Elke Markhoff

Zum Auslandspraktikum nach Ennis

Schon etliche Langenfelder Jugendliche haben in der irischen Partnerstadt Ennis die Schulbank gedrückt. Mit der 18-jährigen Christin Manderla hat eine Schülerin nun erstmals ein Auslandspraktikum auf der grünen Insel absolviert, vermittelt durch das Partnerschaftskomitee der Stadt Langenfeld. Die Langenfelderin besucht am Wirtschaftsgymnasium des Erzbischöflichen Berufskolleg Marienberg Neuss die 12. Klasse und macht parallel dazu eine Ausbildung zur kaufmännischen Assistentin und Fremdsprachenkorrespondentin. „Das vierwöchige Praktikum war Bestandteil meiner Ausbildung“, erklärt Christin. „Als Europaschule bietet meine Schule ausgewählten Schülern die Möglichkeit, mit einem Stipendium von Erasmus+ ihr Praktikum im europäischen Ausland zu absolvieren.“

Christins Vater kam auf die Idee, sich beim Langenfelder Partnerschaftskomitee nach einem Praktikumsplatz in einer der Partnerstädte Langenfelds zu erkundigen – vorzugsweise in Ennis wegen der englischen Sprache. „Ich habe Michaela Detlefs-Doege meine Bewerbungsunterlagen zugeschickt und schon nach ein paar Wochen erhielt ich die Rückmeldung, dass ich mein Praktikum tatsächlich in Ennis machen könne“, berichtet die Schülerin, die in ihrer Freizeit gerne liest, Geige spielt und sich als Rettungsschwimmerin bei der DLRG engagiert. Zudem wurde ihr ein Kontakt zu Mary Morgan vermittelt. Deren Organisation Tara Placements ist dafür verantwortlich, Langenfelder Schülerinnen und Schüler in Gastfamilien aus Ennis oder den umliegenden Ortschaften des County Clare unterzubringen.

Ihr Praktikum absolvierte Christin in der Bezirksverwaltung des County Clare, genauer gesagt in der Tourismusabteilung. „Mir wurden wichtige Aufgaben anvertraut und ich habe einen fundierten Einblick in die Arbeitsweise und die Organisation meines Praktikumsbetriebs bekommen“, freut sich die Schülerin. „Ich habe sehr viel gelernt und konnte auch das, was ich in meiner Schule gelernt hatte, etwa das Schreiben von Geschäftskorrespondenz oder das Telefonieren, dort anwenden und deutlich verbessern.“

Ihre Erwartungen an eine spannende und aufregende Zeit, in der sie viele neue Erfahrungen sammeln und in die Arbeitswelt in Irland eintauchen würde, haben sich laut Christin in höchstem Maße erfüllt: „Ich habe noch nie so viel Herzlichkeit und Offenheit wie in Irland erlebt“, sagt sie begeistert. „Die Hilfsbereitschaft meiner Kollegen und das Interesse, das mir entgegengebracht wurde, waren einfach riesig.“ Schon nach ein paar Tagen sei sie ein fester Bestandteil ihres Teams gewesen.

Auch Wochen nach ihrer Rückkehr erinnert sich Christin noch gern an das angenehme Arbeitsklima, die netten Kollegen und ihre Gastfamilie zurück, bei der sie während ihres vierwöchigen Aufenthalts in Ennis untergebracht war. „Ich bin unendlich dankbar für jede Erfahrung und jede Begegnung, die ich in Irland gemacht habe“, resümiert Christin. „Sei es bei der Sankt Patrick’s Day Parade mitzulaufen oder bei strahlendem Sonnenschein an den Cliffs of Moher zu stehen, mit meiner Gastfamilie am Strand von Lahinch und Doolin bei bestem irischen Nieselwetter herumzulaufen oder die Mannschaft von Clare beim Hurling anzufeuern.“

Aus ihrer Zeit in Irland nimmt sie mit, alles etwas entspannter und gelassener zu nehmen und offen und herzlich auf jeden zuzugehen, „because a stranger is just a friend you don’t know yetʺ. Nach ihrem Irland-Aufenthalt kann sie sich gut vorstellen, noch einmal für längere Zeit ins Ausland zu gehen, vielleicht nach dem Abitur für ein Jahr als Aupair nach Neuseeland.

Bericht/Rückblick

 

Hingerissen von der grünen Insel

„Meine Zeit in Irland war einfach super“, berichtet der 15-jährige Timo Aust begeistert. „In meiner Gastfamilie habe ich mich richtig wohl gefühlt, und die Iren sind generell ein total nettes, entspanntes und gastfreundliches Volk.“ Timos Augen leuchten, wenn er von den knapp fünf Monaten erzählt, die er im vergangenen Jahr auf der grünen Insel verbrachte. Untergebracht war der Schüler im kleinen Städtchen Gort, das etwa 25 Minuten von Langenfelds Partnerstadt Ennis entfernt liegt. Dort ging Timo auch zur Schule, besuchte die 11. Klasse der Gort Community School.

Zu Hause drückt der Langenfelder auf dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Hilden die Schulbank. Die 10. Klasse, hierzulande mittlerweile „Einführungsphase in die gymnasiale Oberstufe“ (EF) genannt, wollte Timo für einen Auslandsaufenthalt nutzen. Auf der Jugendbildungsmesse hatte sich die Familie zunächst über einen einjährigen USA-Aufenthalt informiert. „Wegen des anstehenden Latinums war mir ein ganzes Jahr dann aber doch zu lang“, erklärt Timo. Seiner Mutter Manuela waren die USA hingegen zu weit entfernt: „Wenn mein Sohn schon eine so lange Zeit fortgeht, sollte das Ziel zumindest leicht erreichbar sein.“ Und so fiel die Wahl auf Irland.

Vom Austauschprogramm des Konrad-Adenauer-Gymnasiums mit Ennis hatte die Familie von Nachbarn und Freunden bereits gehört, doch Timo besuchte ja eine andere Schule und wollte länger als die üblichen sechs bis acht Wochen bleiben. „Ich habe Kontakt zu Michaela Detlefs-Doege vom Langenfelder Partnerschaftskomitee aufgenommen und gefragt, ob es nicht auch für Timo möglich wäre, nach Ennis zu gehen“, berichtet seine Mutter. Sofort wurde ihr ein Kontakt zu Mary Morgan vermittelt. Deren Organisation Tara Placements ist dafür verantwortlich, die KAG-Schülerinnen und Schüler in Gastfamilien aus Ennis oder den umliegenden Ortschaften des County Clare unterzubringen, bietet aber auch darüber hinaus Austauschprogramme an.

„Mit Tara Placements war Timos Auslandsaufenthalt schnell und unkompliziert geplant“, lobt Manuela Aust. „Zugleich fiel er wesentlich kostengünstiger aus als bei einer der bekannten Austauschorganisationen.“ Ein glückliches Händchen bewies Mary Morgan bei der Auswahl der Gastfamilie. „Erst waren wir erstaunt, dass Timo nicht nach Ennis kam, sondern nach Gort, was schon zum County Galway zählt“, so die Mutter weiter. „Doch Mary meinte, sowohl die Schule dort als auch die Familie würden prima zu Timo passen.“ Und damit sollte sie Recht behalten: Die Gasteltern, deren 16-jährige Tochter und der 13-jährige Sohn hießen den deutschen Austauschschüler herzlich willkommen und integrierten ihn sogleich ins Familienleben, zu dem auch drei Pferde und zwei Hunde zählen.

Von Mitte August des vergangenen Jahres bis zu den Weihnachtsferien ging Timo werktags von 9 bis 16 Uhr zum Unterricht und beeindruckte die Lehrer mit seinen guten Englischkenntnissen. „Mir wurde am Ende gesagt, dass mein deutscher Akzent kaum noch hörbar ist“, freut sich Timo. Das Zeugnis, das kürzlich per Post eintraf, zeigt durchweg prima Noten.

Seine Freizeit nutzte der Schüler, um das Land und seine Kultur besser kennenzulernen. So brachte er sich bei, die Bodhrán, eine irische Rahmentrommel, zu spielen und trat mit einer kleinen traditionellen Musikgruppe in Kirchen und Pubs auf. „Bei einem Musikfestival nahmen wir sogar an einem Weltrekordversuch teil“, erzählt Timo. „Mit 423 Musikern haben wir gleichzeitig ein irisches Volkslied gespielt – und hoffen nun, dass dies ins Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen wird.“

Angesichts der schlechten Internetverbindung auf dem Land entdeckte Timo zudem seine Liebe für das Porträtzeichnen: „Meine Gastmutter ist Kunstlehrerin und ich durfte an einem ihrer Kurse teilnehmen.“ Im Gegenzug verwöhnte er seine Gastfamilie mit deutschen Leckereien. „Meine Mutter hat mir Rezepte geschickt, und wir haben dann zusammen Rinderrouladen, Schnitzel und Pudding zubereitet.“

Auch heute, gut sechs Wochen nach seiner Heimkehr, steht Timo mit seiner Gastfamilie in regem Kontakt. „Sie wollen uns im Mai oder Juni besuchen kommen“, freut sich auch seine Mutter. Im vergangenen Jahr, unmittelbar vor Timos Aufenthalt in Gort, hatte Familie Aust den Sommerurlaub in Irland verbracht und dabei die Gastfamilie schon einmal kennengelernt. „Wir haben uns auf Anhieb prima verstanden.“ Auch in den kommenden Sommerferien geht es wieder auf die grüne Insel. „Wir haben uns alle sofort in das Land und die Leute verliebt“, schwärmt Manuela Aust. „Mein älterer Sohn überlegt sogar, eine Ausbildung in Irland zu machen. Ich kann nur jedem Schüler und auch den Eltern raten, sich auf ein solches Abenteuer einzulassen, denn es ist für alle Seiten sehr förderlich und es entstehen Freundschaften, die hoffentlich ganz lange halten.“

Katja Chalupka

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