Förderverein des Partnerschaftskomitees der Stadt Langenfeld e. V.
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Begegnungen mit Montale

AWO-Senioren in Montale

Es ist früh, 4.00 Uhr, noch fast Nacht. Und schon herrscht Leben im Siegfried Dißmann Haus. Autos fahren vor, Koffer werden ausgeladen, Leute unterhalten sich, Licht geht in der Begegnungsstätte an, Kaffeeduft zieht durch das Haus. Was ist los?

Ganz einfach: die AWO-Senioren reisen wieder einmal nach Montale zum Austauschbesuch und treffen sich zur Abfahrt. Zwei freiwillige Frühaufsteher fahren die Senioren mit dem AWO-Bus und einem geliehenen 9-Sitzer des DRK zum Flughafen nach Köln. Alle freuen sich, trotz ihrer Müdigkeit, auf die italienischen und französischen Freunde.

Seit 2005 besteht die Partnerschaft mit Senlis, auf Initiative von Wida Beck, der Leiterin der Begegnungsstätte im Siegfried Dißmann Haus der AWO. Ein Jahr kamen die französischen Senioren nach Langenfeld; das nächste Jahr fuhren die Langenfelder nach Senlis. Und von Jahr zu Jahr wuchs die Vertrautheit. Man begrüßte sich, trotz oftmals fehlender Sprachkenntnisse aufs Allerherzlichste. Umarmungen, ein Lächeln und ein fröhliches Winken waren Zeichen der Verständigung. Man konnte aber auch beobachten, dass zwei Seniorinnen sich im Arm hatten, jede in ihrer Landessprache redete, wobei die Umarmte nicht das Geringste verstand. Aber auch das war nicht weiter schlimm. Man wusste ja, was gemeint war. Manch ein Senior hatte aber auch das Wörterbuch des Enkels mit im Gepäck.

Ab 2010 waren auch die Senioren von Montale mit dabei. Und auch hier das Gleiche, umarmen, lächeln und schon waren alle gute Freunde.

Verstärkt wird das Zusammenfinden auch dadurch, dass man im Gastland nicht in einem Hotel übernachtet, sondern bei Gastfamilien. Manch einer hat eine Suite zur Verfügung, der nächste übernachtet im Zimmer der Tochter, die für die Dauer des Besuches ausquartiert wird. Auch das Frühstück, das im Gastland in der Familie eingenommen wird, ist verschieden und bietet bei jedem morgendlichen Zusammenkommen ein erstes Gesprächsthema.

Am Anreisetag ist die Langenfelder Reisegruppe kurz acht Uhr, noch etwas müde, schon in Pisa gelandet. Mit zwei Kleinbussen geht es nach Montale, der Partnerstadt von Langenfeld. In der Schule Nerucci treffen die italienischen Gastgeber und die deutschen Gäste aufeinander. Nach einer, von Jahr zu Jahr herzlicher werdenden, Begrüßung, geht es zu den Gastfamilien. Ob man eine Runde schläft, mit den Gastgebern plaudert oder einen ersten Spaziergang macht, hängt von der Kondition des Einzelnen ab. Zum Mittagessen treffen sich alle wieder in der Mensa der Schule Nerucci. Der Bürgermeister Sindaco Ferdinando Betti schenkt nach der Begrüßung den Rotwein aus, der im sonnigen Italien viel besser schmeckt als daheim. Wer das erste Mal mitfährt, denkt nicht immer daran, dass man sich nie beim ersten Gang satt essen sollte. Aber immer wieder passiert es, und das fördert die Schadenfreude derjenigen, die schon mal mit dabei waren.

Nach dem Mittagessen stehen ein Stadtrundgang und eine Besichtigung der Abteikirche Badia im Programm. Der Rundgang endet in der Villa Smilea, wo die deutschen und italienischen Senioren auf die, inzwischen angereisten, französischen Senioren aus Senlis treffen. Und wieder die herzliche Begrüßung mit vielen Küßchen, Umarmungen und vielen, vielen herzlichen Worten. Nach der Begrüßung durch den Kulturreferenten Alessandro Galardini, bestaunen alle die Patchworkarbeiten, die aus Senlis für eine Ausstellung zur Verfügung gestellt worden sind.

Danach geht es zum Abendessen. Dieses findet beim alljährlichen Fest statt, welches der italienische DRK (Croce d’oro) ein Fest für seine Ehrenamtlichen ausrichtet. Und hier nehmen die Senioren aus den drei Ländern an einer langen, langen Tafel Platz. Es gibt Musik einer Liveband und leckeres Essen, selbstverständlich auch wieder Rotwein. Bestehende Freundschaften werden intensiviert, neue geschlossen und es wird viel gelacht. Lange, nachdem es dunkel geworden ist, brechen alle auf und freuen sich auf die erste Nacht in Montale.

Der nächste Tag beginnt, nach einem Frühstück in den Gastfamilien, mit einem Tagesausflug nach Pistoia, den alle Teilnehmer mit dem öffentlichen Nahverkehr (Bus) antreten. Viele schöne Ecken sind zu erforschen und auch das Wetter spielt mit. Es ist nicht zu heiß, sondern es herrschen sehr angenehme Temperaturen. Das Mittagessen gibt es in Montale, im Casa de popolo. Dort erleben die hungrigen Senioren einen wahren Pizzareigen, eine Pizza nach der andere wird aufgefahren, jede anders belegt. Der Nachtisch besteht aus leckerem italienischen Eis, das in der Eisdiele nebenan genossen wird. Bis zum Abend wird die Zeit mit Gesang, Tanz und einem vorbereiteten visuellen Beitrag der Franzosen verbracht, über den man sehr schmunzeln muss.

Dem Abend sehen alle gespannt entgegen, denn es geht zum Club Alpinin. Alljährlich richten die Männer dieser Gruppierung einen Abend in einem großen Zelt aus, es werden natürlich wieder mehrere Gänge gegessen. Das Besondere an diesen Abenden bei den Alpinis ist, dass die Männer sowohl kochen als auch servieren und auch abräumen. Das sorgt jedes Mal für leichten Spott für die mitgereisten deutschen Männer. Ob sie das auch tun werden, beim Gegenbesuch der Franzosen und Italiener in Langenfeld? Der Abend geht nicht vorüber, ohne dass gesungen wird. Wobei zu bemerken ist, dass die Italiener am stimmgewaltigsten sind. Die deutschen Senioren präsentieren an diesem Abend einen einstudierten Sketch, der mit viel Applaus der Zuschauer belohnt wird.

Am dritten Tag fahren die Senioren aller drei Länder morgens mit dem Zug nach Prato und besichtigen die Altstadt mit ihren vielen wunderschönen Bauten. Aus vorbereiteten Lunchpaketen stärken sich alle in den Räumen von Auser. Auser ist eine soziale Vereinigung, die sich in Italien um Senioren kümmert. Der Nachmittag ist zur freien Verfügung und man einer landet bei seiner Erkundung der Stadt wieder in einer Eisdiele. Für den Abend ist ein Aufenthalt im Park d‘Aringhese vorgesehen. Mit einem Sänger, Gegrilltem und viel frischem Obst als Nachtisch entsteht eine feierfreudige Stimmung, die den Abend mit Tanz enden lässt.

Während am letzten Tag die deutschen Senioren sich auf den Weg nach Pisa zum Flughafen machen, verbringen die Franzosen den Tag bis zum Abflug mit einem Stadtrundgang und der Besichtigung der Abteikirche Badia, ein Programm, das die Langenfelder am Ankunftstag erleben durften.

Viel zu schnell geht der Besuch zu Ende. Aber dank whattsapp, Mails und diversen Übersetzungsprogrammen, was fast alle Senioren der drei Länder nutzen, bleibt man im Austausch und freut sich auf das nächste Jahr. Denn dann kommen die Senioren aus Montale und Senlis nach Langenfeld. Die ersten Überlegungen sind schon angelaufen, wie das Programm der Tage dann gestaltet werden kann.

Einig sind sich aber alle, schön, dass man dabei sein konnte.

Wida Beck

Jugendliche aus Langenfeld und Montale musizieren gemeinsam

 

Langenfeld, 10. Juli 2017. Am Pfingstwochenende machten sich das Jugend-Sinfonie-Orchester und das Blasorchester „Sounds of LA“ der Musikschule Langenfeld per Bus auf den weiten Weg in die Toskana, um in Langenfelds Partnerstadt Montale ein Gastspiel zu geben. Nach einer langen Nacht im Bus wurden die rund 50 jungen Musiker am Freitagmorgen in der Villa Smilea, dem Kulturzentrum und Sitz der Musikschule von Montale, herzlich vom stellvertretenden Bürgermeister empfangen.

Nach einem leckeren Mittagessen bezogen die Musiker ihre Unterkünfte. „Weil die Gruppe so groß war, wurde ein Teil des Blasorchesters in einem Hotel in der Nachbarstadt Prato untergebracht“, berichtet Jacqueline Sieg vom Jugend-Sinfonie-Orchester. „In den Hotels hatten wir dann einige Stunden Zeit, um die Anlage, den Pool und die Umgebung zu erkunden.“ Um 18 Uhr ging es mit dem Bus in die Nachbarstadt Agliana, wo die beiden Orchester auf dem Stadtfest auftraten. „Beim Konzert haben uns das Orchester aus Montale und die Chorgruppe begleitet“, erinnert sich Jacqueline. „Das gemeinschaftliche Konzert hatte eine ganz besondere Note!“

Am nächsten Vormittag stand die Erkundung von Pistoia, der Hauptstadt der toskanischen Provinz Pistoia, auf dem Programm. „Bei einer Stadtführung haben wir viele Sehenswürdigkeiten besucht, unter anderem die Kathedrale von San Zeno, und danach sind alle gemeinsam Eis essen gegangen“, erzählt Jacqueline. Abends folgte das nächste Konzert – dieses Mal in Montale selbst und erneut zusammen mit dem italienischen Orchester.

Am Sonntag fuhren die Langenfelder Musiker vormittags nach Lucca und besichtigten in kleinen Gruppen die Stadt, die auch bekannt ist als „Stadt der 99 Kirchen“. „Natürlich haben sich die meisten von uns auch mindestens eine Kirche angeschaut“, berichtet Jacqueline. „Beeindruckend waren auch die Stadtmauer und die vielen kleinen Straßen und Gassen.“ Von dort ging es ans Meer, wo die Gruppe einen entspannten Nachmittag am langen Sandstrand und in den Wellen verbachte. Abends stand bereits das letzte gemeinsame Abendessen mit den italienischen Gastgebern an. „Die Stadt Montale und das dortige Partnerschaftskomitee haben sich wirklich rührend um uns gekümmert“, findet Jacqueline.

Vor der Heimreise nach Deutschland ging es noch in die toskanische Hauptstadt Florenz. „Wir haben wir uns in kleinere Gruppen mit je einem Erwachsenen aufgeteilt, um durch die Stadt zu laufen und den letzten Tag zu genießen“, berichtet Jacqueline. „Die Reise war ein einmaliges Erlebnis, und wir freuen uns schon auf die kommenden Pfingstferien, die wir hoffentlich wieder in Montale verbringen werden!“

Katja Chalupka

Orchester der Langenfelder Musikschule beim Live-Konzert in Agliana-Montale

Konzert zusammen mit der Banda di Fognano
Orchester der Langenfelder Musikschule beim Live-Konzert in Agliana-Montale

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